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Armin Pongs


Armin Pongs über sich selbst  |  Kinder fragen, Armin Pongs antwortet
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Journalisten fragen, Armin Pongs antwortet:


Herr Pongs, zu Beginn Ihrer schriftstellerischen Karriere haben Sie sich ausschließlich mit soziologischen Themen beschäftigt. Seit 2007 schreiben Sie Kinderbücher und begeistern mit Ihrer „Krokofil“-Reihe viele Grundschulkinder. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich habe schon während meines Studiums für verschiedene Tages- und Fachzeitungen gearbeitet. Aus dieser Tätigkeit hat sich dann das Interesse entwickelt, eigene Bücher zu schreiben. 1997 erschien mein erstes Buch, inzwischen sind fünfzehn dazugekommen.

Was ist das Besondere an Kinder-Literatur?
Märchen bieten die Möglichkeit, in fremde Welten einzutauchen. Die Fantasie wird angeregt, die schöpferische Kraft beginnt sich zu entwickeln. Später können daraus eigene Ideen erwachsen und die Vorstellung, was man selbst einmal machen will. Als Kinderbuchautor bereitet es mir zudem selbst viel Vergnügen, in die Märchenwelt abzutauchen.

Worüber geht es in Ihren Märchen?
Die Krokofilbücher handeln von Freundschaft und davon, wie man Träume wahrmacht. Die Hauptfigur meiner Kinderbuchreihe ist ein freundliches Krokodil, das von seiner besten Freundin, einer Prinzessin, „Krokofil“ getauft wird. Eines Tages heiratet die Prinzessin, zieht mit ihrem Gemahl in ein fernes Land und lässt ihren Freund allein im Palast zurück. Krokofil ist zu Tode betrübt, isst sich Kummerspeck an und hofft, seine Freundin eines Tages wiederzusehen. Doch wie soll dieser Traum wahr werden? Krokofil setzt alles daran, ihn wahr zu machen. Dabei macht er die Erfahrung, dass ein fester Glaube an die eigenen Träume und gute Freunde unverzichtbar sind.

Sie sind in ganz Deutschland auf Lesereise. Wo treten Sie auf? Und sind Kinder ein aufmerksames Publikum?
Kinder sind in der Regel sehr begeisterungsfähig und sie hören konzentriert zu, wenn man sie direkt anspricht und sie vor allen Dingen ernstnimmt. Das spüren die Kinder sehr schnell. Ein Lesevormittag umfasst vier einstündige Lesungen, die von jeweils 80 bis 120 Kindern besucht werden. Die Schülerinnen und Schüler für das Lesen zu begeistern, sehe ich als meine vorrangige Aufgabe als Vorleser. Um auch die Kinder zu erreichen, denen zu Hause nicht vorgelesen wird, besuche ich in erster Linie Grundschulen, denn dort erreiche ich auch wirklich alle Jungen und Mädchen. Ich versuche den Kindern aufzuzeigen, dass beim Lesen eigene Bilder im Kopf entstehen, ganz anders als beim Fernsehen oder im Kino, wo die Bilder schon vorgegeben sind. Dies ist mein zentrales Anliegen als Kinderbuchautor: unverbrauchte und eigene Bilder in den Köpfen meiner Leserinnen und Leser zu erzeugen. Zu meiner eigenen Zufriedenheit stelle ich fest: Es ist das sinnvollste, was ich in meinem Leben bisher gemacht habe.

Wie wirkt sich der Fernsehkonsum auf das Leseverhalten der Kinder aus?
Das kann ich bei meinen Lesungen sehr gut beobachten. Viele Kinder können keine fünf Minuten mehr stillsitzen. Bei einigen Kindern hat man den Eindruck, das zentrale Nervensystem sei direkt ans Fernsehprogramm angeschlossen. Um also die Kinder für das Lesen zu begeistern, musste ich mir schon etwas sehr Überzeugendes für meine Lesungen einfallen lassen.

Und das wäre?
Ich lese im Stehen, schaue den Kindern in die Augen und binde sie in die Geschichte ein. Ich stelle Fragen und spreche die Kinder direkt an. Außerdem habe ich eine Schatzkiste dabei. Darin gibt es Mondsteine und andere Schätze, die man nicht kaufen, sondern nur geschenkt bekommen kann. Wer aufmerksam zuhört und gut mitmacht, bekommt am Ende der Lesung ein kostbares Geschenk.

Warum ist Lesen so wichtig?
Es sind die eigenen Bilder vor dem geistigen Auge, die das Lesen so wichtig machen. Ohne eigene Bilder werden es die Kinder schwer haben, sich in der immer komplexer werdenden Welt zurechtzufinden. Deshalb sage ich den Kindern bei jeder Lesung: Wer nicht liest, ist arm dran! Wer dagegen liest, wird reich – reich an Bildern im Kopf! Und darauf kommt es im Leben an: Dass wir alle möglichst viele eigene Bilder haben.